Wenn Schule zum Tonstudio wird: Songworkshop begeistert Hauptschulklasse H8

Eine Woche, die bleibt: Vom 20. bis 24. April 2026 verwandelte sich die Klasse H8 der Schule am Ried in ein kreatives Tonstudio. Im Rahmen des Projekts „Mach’ deinen eigenen Song“, organisiert von der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e. V. in Kooperation mit dem Tonstudio Loyal Till Death Records, setzten sich die Schülerinnen und Schüler der H8 intensiv mit sich selbst, ihrer Zukunft und ihrer Kreativität auseinander.

Begleitet wurde das Projekt von der Workshopleitung Ilfa Fischer und Chris Margraf, dem Team von Loyal Till Death Records – bestehend aus Patric Ladeburg, Felix Heun (FYX), Joshua de Castro (Soul), Jonas Groß, Deniz Öztürk und Kevin Hinterbichler – sowie von der Klassenlehrerin Yasemin Agri und der Förderschullehrerin Christine Feld. Was zunächst wie ein klassischer Workshop begann, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem: zu einer Woche voller Selbstvertrauen, Teamgeist und echter Begeisterung.

Mehr als Musik: Selbstfindung trifft Lebensrealität

Schon am ersten Tag wurde deutlich, dass es hier um mehr ging als nur um Musik. Durch kreative Methoden setzten sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Stärken, Interessen und beruflichen Wünschen auseinander. Sie entwickelten Zukunftsvisionen, gestalteten fiktive „Roboter“ als Spiegel ihrer Fähigkeiten und begannen, sich ernsthaft mit ihrer beruflichen Perspektive zu beschäftigen.

Was diesen Workshop besonders machte: Er holte die Jugendlichen genau dort ab, wo sie stehen. Statt trockener Theorie wurde mit Beats, Texten und kreativen Aufgaben gearbeitet – nah an ihrer Lebenswelt, verständlich und motivierend. Die Verbindung von Rap und Berufsorientierung erwies sich als Schlüssel: Plötzlich wurde Zukunft greifbar.

Gemeinschaft statt Ausgrenzung

Ein zentrales Element der Woche war die Arbeit in Bands. Ganz im Sinne des Klassenmottos „Klasse mit Inklusion – Klasse ohne Diskriminierung“ fanden sich die Bands The 67 Squad (Elanur, Hanane & Zoha), Four Future (Alex, Bruno, Xeniia & Zelda), True Amigos (Kirubel, Samuel & Turab) und 1 Truppe (Ben, Damian & Viktor) schnell zusammen – ohne Ausgrenzung, ohne Vorbehalte. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Hintergründe und Fertigkeiten wurden nicht zum Hindernis, sondern zur Stärke.

Diese besondere Dynamik zog sich durch die gesamte Woche: Die Schülerinnen und Schüler unterstützten sich gegenseitig, feuerten sich an und arbeiteten als echte Teams zusammen. Konkurrenz wurde durch Fairness und Respekt ergänzt; ein Zusammenspiel, das in dieser Form nicht selbstverständlich ist.

Über sich hinauswachsen

Bereits am zweiten Tag wagten sich die ersten Gruppen ins mobile Tonstudio, und hier zeigte sich die wahre Wirkung des Workshops: Selbst zurückhaltende und schüchterne Schülerinnen und Schüler wuchsen über sich hinaus. Vor dem Mikrofon entwickelten sie Mut, Ausdruck und Stolz auf ihre eigenen Leistungen.

Parallel entstanden Songcover, Bandprofile und Drehbücher für den Songtrailer. Es wurde geschrieben, aufgenommen, gefilmt sowie gestaltet, und das mit einer Motivation, die selbst das Workshop-Team beeindruckte. 

Eine Klasse, die Maßstäbe setzt

Besonders bemerkenswert: Die Klasse arbeitete so konzentriert und zielstrebig, dass nahezu alle Ergebnisse bereits einen Tag vor Abschluss fertiggestellt waren – eine Seltenheit, wie die Workshopleitung betonte. Der Ehrgeiz, der Teamgeist und der respektvolle Umgang miteinander wurden von allen Beteiligten ausdrücklich hervorgehoben.

Auch für die Lehrkräfte war die Woche ein besonderes Erlebnis. „Selten habe wir unsere Schülerinnen und Schüler so intrinsisch motiviert erlebt. Sie haben mit Begeisterung, Ausdauer und echtem Interesse gearbeitet – ganz ohne Druck“, resümierten Klassenlehrerin Yasemin Agri und Förderschullehrerin Christine Feld. Besonders wertvoll sei, dass der Workshop an die Lebensrealität der Jugendlichen anknüpfe und ihnen auf kreative Weise Wege in die Berufswelt aufzeige.

Ein starkes Zeichen für die Hauptschule

Gerade im Hauptschulbereich, der oft mit Vorurteilen behaftet ist, setzt dieses Projekt ein wichtiges Zeichen. Es zeigt, welches Potenzial in den Schülerinnen und Schülern steckt, wenn sie lebensnahe Impulse, echte Wertschätzung und passende Lernformate erhalten.

Das Team von Loyal Till Death Records begegneten den Jugendlichen dabei auf Augenhöhe. Diese Haltung schuf Vertrauen und machte es möglich, dass Hemmungen schnell abgebaut wurden und echte Entwicklung stattfinden konnte.

Ein krönender Abschluss

Am letzten Tag wurden die finalen Projekte fertiggestellt: Songs, Cover, Bandfotos, Bandmappen und Songtrailer. Als besondere Anerkennung erhielt die Klasse zusätzlich einen eigenen Preis (Karaoke-Set mit Mikrofon und Lautsprecher) für ihren außergewöhnlichen Einsatz und Teamgeist – ein Zeichen dafür, wie sehr die Klasse H8 die Beteiligten während der Woche beeindruckt hat.

Doch das große Finale steht noch bevor: Am 3. Juni 2026 werden die Songs nach professionellem Mixing und Mastering präsentiert. Dann wird auch die Siegerband gekürt. Bewertet werden unter anderem Song, Bandfoto, Cover und Trailer.

Fazit

Dieser Workshop war weit mehr als ein musikalisches Projekt. Er war ein Raum für Entwicklung, Selbstvertrauen, berufliche Orientierung und Gemeinschaft. Er hat gezeigt, dass Lernen dann besonders erfolgreich ist, wenn es kreativ, wertschätzend und nah an der Lebensrealität der Jugendlichen gestaltet wird.

Ein Projekt, das nicht nur Songs hervorgebracht hat, sondern eindrucksvoll gezeigt hat, welches Potenzial in jungen Menschen steckt, wenn man ihnen die Chance dazu gibt, es zu entfalten.